Renaissance des Glaubens

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Der Konflikt zwischen den Aposteln Rudolf Kainz (Österreich) und Armin Brinkmann (damals Nordrhein-Westfalen) markierte eine bedeutende kircheninterne Auseinandersetzung in der Neuapostolischen Kirche (NAK) Anfang der 2000er-Jahre. Im Zentrum stand die von Kainz geforderte „Renaissance des Glaubens“.

Hintergrund und Auslöser

Der Konflikt entzündete sich an einem Brief von Apostel Rudolf Kainz, der im September 2003 in der kircheneigenen Zeitschrift „Unsere Familie“ veröffentlicht wurde. Kainz plädierte darin für eine „Renaissance des Werkes Gottes“ in Österreich. Sein Kernanliegen war eine stärkere Besinnung auf biblische Grundlagen und eine kritische Aufarbeitung der kircheneigenen Geschichte und Lehre.

Die Positionen der Kontrahenten

Apostel Rudolf Kainz: Er räumte ein, dass die Bibel in der NAK über Jahrzehnte nicht den Stellenwert hatte, den sie in einer christlichen Kirche haben sollte. Seine Forderung nach einer Renaissance beinhaltete eine geistige Erneuerung und eine Öffnung gegenüber ökumenischen Ansätzen.

Apostel Armin Brinkmann: Brinkmann reagierte im März 2004 deutlich distanziert auf diese Forderungen. Mit der Aussage „Ich mache das nicht!“ wandte er sich gegen den Renaissance-Gedanken und betonte stattdessen die Notwendigkeit, auf dem bisherigen Weg zu bleiben, anstatt „zurückzugehen“. Er sah in Kainz' Vorstoß offenbar eine Gefahr für die traditionelle Ausrichtung der Kirche.

Bedeutung des Konflikts

Der Streit offenbarte tiefe Risse zwischen einem reformorientierten Flügel (vertreten durch Kainz) und einem bewahrenden Flügel (vertreten durch Brinkmann) innerhalb der Kirchenleitung. Während Kainz' Thesen bei vielen Gläubigen in Diskussionsforen auf Zustimmung stießen, wurde sie von einflussreichen Teilen der Bezirksapostel abgelehnt.

Weiterer Verlauf

Beide Protagonisten sind heute nicht mehr im aktiven Dienst: Armin Brinkmann trat 2014 als Bezirksapostel für Westdeutschland in den Ruhestand.

Rudolf Kainz ging 2015 in den Ruhestand; im Zuge einer Umstrukturierung verlor Österreich danach seinen Status als eigenständiger Apostelbereich und wurde von der Schweiz aus mitbetreut.